Aktuelles
K
P

Nach 32 Jahren verabschiedet sich Förster Dieter König von "seinem" Wald

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge werde er sich nach 32 Jahren von seinem Forstamt aus Kirchditmold verabschieden, so Dieter König. Der engagierte Förster verlässt im Juni das Forsthaus an der Hessenschanze, das er mit seiner Familie 1987 bezog. Künftig wird er auch in einem Forsthaus leben – dem seines Urgroßvaters an der deutsch-belgischen Grenze. Mit Dieter König verliert Kassel einen Menschen, der prägend tätig war

mit seinem Engagement für einen gesunden Wald, für Waldpädagogik und den Erlebnisraum Wald. Hessen Forst plane eine Nachfolge, so der jetzige Informationsstand, den König von seinem Arbeitgeber erhalten hat. Bis zur entgültigen Neubesetzung  wird die Försterei Kirchditmold  kommissarisch von Kai Hoffmann ( kai.hoffmann@forst.hessen.de) geleitet.Das erscheint auch dringend nötig, wenn man auf die vielfältigen Herausforderungen schaut, die in Königs bisheriger Zuständigkeit für das Revier liegen. Das umfasst ungefähr den halben Habichtswald vom  Daspel und der Hessenschanze über die Druseltalstraße und den Herkules bis nach Ehlen.

1987 fand König einen Wald vor, der stellenweise kahl war. Sein Ziel war, einen naturnah bewirtschafteten Wald zu entwickeln, den kompletten Wald zu verjüngen und Struktur herein zu bringen. „Die Hänge hoch zu den Elfbuchen waren kahl, es gab nur Laub. Und es gab nur die Buche,“ so der Forstmann. Damals seien Buchenflächen kahl geschlagen und dann als Fläche neu gepflanzt worden. „Wir holen nur einzelne Buchen heraus, da verjüngt sich der Wald von alleine, wenn die Lichtsteuerung stimmt.“ Zusätzlich  habe er Millionen von Bäumen gepflanzt, überwiegend Laubbäume wie Buche, Kirsche, Bergahorn und Elsbeere, überwiegend zur Baumartenanreicherung oder zum Umbau von Nadelholz in stabile Laubholzbestände. Die kommen am Daspel und an der Hessenschanze mit ihrem Kalkuntergrund natürlich vor, nicht aber an den Basaltstandorten im Habichtswald.

Insgesamt würden rund 8000 Kubikmeter Holz jährlich möglichst schonend geschlagen, davon werden immerhin noch ca. 1000 Kubikmeter  mit Pferden gerückt. Das sei vor allen an sensiblen Flächen sinnvoll. „Die Rückpferde helfen sehr, den Boden zu schonen. Das Pferd zieht das Holz zum Hauptweg, dann kann ich auf gutes Wetter warten, bis die Maschinen das Holz abholen,“ erläutert Köng.

Besonderen Spaß hatte König an der umweltpädagogischen Arbeit gehabt, wie er berichtet. Dazu gehörte, 25 Jahre lang die Waldjugend-Gruppen zu betreuen sowie die hessenweite Ausbildung von Förstern und Lehrkräften. Und: „Ich habe jährlich bis zu 1000 Kinder durch den Wald geführt. Es ist mir wichtig, Kindern die Natur und die Liebe zum Wald nahezubringen.“ Dazu kommen der Aufbau des Walderlebnispfads und des Blindenpfads, 25 Jahre Tätigkeit im Naturschutzbeirat der Stadt, im Förderbeirat Waldschule und anderes mehr: „Ich habe das gerne gemacht, andere Kollegen jagen vielleicht lieber.“ Er selbst geht seit rund 20 Jahren nicht mehr auf die Jagd und schießt nur in Notfällen, etwa nach Wildunfällen.

„Ich war glücklich in meinem Beruf, es ist ein Idealistenjob, zwar gerne mal mit 65 Wochenarbeitstunden, besonders im Winter, wenn der Haupteinschlag stattfindet.“ Dass man auch von Bürgern wegen Fällarbeiten angesprochen werde, damit könne er umgehen. Den meisten habe er den Sinn vermitteln können. „Es gibt immer neue Herausforderungen in unserem Beruf, gleich ob durch Waschbären, die Sturmschäden oder neue Formen der Waldnutzung durch Downhiller oder Geocacher.“ Traurig mache ihn jedoch der zunehmende Vandalismus im Wald und an deren Einrichtungen, etwa an der Hessenschanze, am Blindenpfad oder an mutwillig angezündeten Bäumen.

„Ich wollte mein Revier in optimalem Zustand verlassen. Und das hätte auch gelingen können, denn der Strukturzuwachs ist gelungen und hat auch neues Leben gebracht wie Wildkatze, Uhu und Luchs,“ so der Förster. 2018 hat Orkan Friederike aber Schäden gesetzt, die in Kombination mit dem extrem trockenen Sommer für die Fichten und Lärchen das Aus bringen könnten. „Der Borkenkäfer hat nun einen Strich durch die Rechnung gemacht, eine echte Katastrophe. Aber irgendwann erholt sich der Wald auch wieder.“

Für die Besucherinnen und Besucher des wunderschönen Waldes ist das ein kleiner Trost. Ob sie sich aber wenigsten beim üblichen Weihnachtsbaum-Verkauf an der Hessenschanze erfreuen können - das weiß noch niemand. 

Das Gespräch mit Dieter König führte Annette Ulbricht, Vorstandsmitglied des Bürger- und Heimatvereins Kassel-Kirchditmold.

 

 

 

 

 

« Zurück

Vier mal pro Jahr: Informationsheft „Schauplatz Kirchditmold“

Im „Kirchditmolder Schauplatz” bereiten seit Frühjahr 2018 Vereine aus dem Ortsteil in Kooperation mit dem Ortsbeirat Kirchditmold Interessantes und Aktuelles für die Leserschaft vor Ort auf. Weitere Information und alle Hefte vom Schauplatz Kirchditmold zum online-Lesen finden Sie unter Institutionen/ Verein

Hier können Sie die aktuelle Ausgabe 3/19 vom Schauplatz Kirchdditmold herunterladen:

 

Himmel über Kirchditmold

 

"Hallo liebes „Willkommen-im-Stadtteil-Team“,
herzlichen Dank für die tolle neue „Adresse“ für Kirchditmold! Ich finde die Homepage sehr gelungen und dafür, dass diese noch so jung ist, schon sehr vielfältig, aktuell und informativ. Danke für das Engagement, die Seite wird bestimmt ein voller Erfolg und wie der Stadtteil voller Leben sein…", schreibt Volker Lange aus den Riedwiesen zu Kirchditmolds neuer Seite. Das Redaktionsteam bedankt sich herzlich und freut sich über viele neue Infos für die Seite. Dazu nutzen Sie einfach unser Kontaktformular.

 

Blühstreifen entlang der "Hundewiese"

 

Ortskern Kirchditmold

Wo ist Manuel N.?

 

Samstag, 2. August, irgendwo in Kirchditmold...